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Geschichte der Feuerwehr
Die Geschichte des Brandschutzes in Agawang begann bereits viele Jahre vor der Gründung der freiwilligen Feuerwehr. Wie in den meisten anderen Ortschaften existierte auch hier eine Pflichtfeuerwehr.
 
Am 23. Mai 1893 gründeten 36 junge Männer die freiwillige Feuerwehr Agawang, und feierten dies berets knapp einen Monat später am 18. Juni mit einem Gründungsfest. An diesem Fest nahmen zahlreiche Feuerwehren der näheren Umgebung teil.
 
Der normale Geschäftsbetrieb wurde bereits am 29. Mai mit der ersten Übung der neugegründeten Wehr aufgenommen. Die zum löschen notwendigen Utensilien wurden von der Pflichtfeuerwehr übernommen. Hierzu zählten unter anderem eine Saug- und Druckspritze, mehrere Leitern, Feuerhaken, Laternen, eine Schlauchhaspel, ein Steigerwagen sowie mehrere Schläuche. Diese befanden sich teilweise im Besitz der Feuerwehr, zum Teil im Besitz der Gemeinde.
 
In den Folgejahren nahm die freiwillige Feuerwehr an Verschiedenen Feierlichkeiten, wie beispielsweise an der 100-jährigen Jubelfeier des Wittelsbacher Fürstengeschlechts 1899 oder am 25-jährigen Gründungsjubiläum der freiwilligen Feuerwehr Zusmarshausen teil.
 
In einem Feuerwehrpass aus dem Jahre 1920 war folgendes zu lesen, wie man sich einen Feuerwehrmann damals vorgestellt hat:
Gehorche deinem Vorgesetzten.
 
Halte Dienstkleidung und Ausrüstung rein.
 
Bewahre deinem Korps die Treue.
 
Sei ein guter Kamerad.
 
Befolge genau die Satzungen und Dienstvorschriften.
 
Erring und erhalte dir die Achtung deiner
 
Kameraden und Mitglieder.
 
Sei in und außer dem Dienst ein zuverlässiger Mann.
 
Sei pünktlich im Korps und im gewöhnlichen Leben.
 
Strebe, als ein ganzer Mann in Wort und Tat befunden zu werden.
 
Verbanne die Weichlichkeit und gewöhne dich auch an die
 
strengen Anforderungen des Dienstes.
 
Sei deinen Kameraden Muster und Vorbild.
 
Gottvertauen sei dein Leitstern in Stunden der Gefahr.
 
Suche im Feuerwehrberuf deine Freude und Ehre.
Eine weitere Verbesserung der Ausrüstung stellte die Anschaffung einer Saug- und Druckspritze von der Gemeinde Bad Oberdorf im Jahre 1929 dar.
 
Gravierende Einschnitte für das Feuerwehrleben ergab die Machtergreifung durch Adolf Hitler im Jahre 1933. Zunächst wurden die einzelnen Vereinsfunktionen mit militärischen Begriffen belegt. So hieß der Kommandant nun “Wehrführer” und die Vorstandschaft hieß von nun an “Führerrat”. Im Jahre 1938 wurden die Vereine durch die NSDAP aufgelöst, und die Feuerwehr als “technischer Hilfsdienst” in den Staatsapparat eingegliedert.
 
Auch der folgende zweite Weltkrieg (1939 - 1945) traf die Feuerwehr. So wurden viele Männer zum Kriegsdienst einberufen aus dem zahlreiche nicht mehr in die Heimat zurückkehrten. Um den Brandschutz trotzdem zu gewährleisten, wurde in dieser Zeit, wie in vielen anderen Orten auch, auf Frauen als Feuerwehrdienstleistende zurückgegriffen.
 
Aber bereits kurz nach dem Kriegsende wurde die Freiwillige Feuerwehr wieder aktiviert, auch wenn noch vieles improvisiert werden mußte. So ist aus dieser Zeit bekannt, daß feuerwehrtechnische Ausrüstungsgegänstende gegen Naturalien getauscht wurden.
 
Im Jahre 1947 wurde die Ausrüstung durch die Anschaffung einer TS 8 verbessert, die im Jahre 1961 durch eine Bachert-Motorspritze TS 8/8 ersetzt wurde.
 
Ein Höhepunkt im Vereinsleben war die Anschaffung der Vereinsfahne. Dies wurde auf der Hauptversammlung im Jahre 1962 beschlossen, der mit Vereinsmitteln und durch Spenden der Bevölkerung finanziert wurde. Der gegebene festliche Rahmen zur Weihe der Fahne fand dann im Folgejahr beim 70-jährigen Gründungsfest der freiwilligen Feuerwehr Agawang statt. An diesem Fest nahmen über 40 Vereine aus der Umgebung teil.
 
In den Folgejahren konnte die Ausrüstung der Wehr wieder erheblich verbessert werden. Die erfolgte zum Einen durch die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges Marke Ford-Transit im Jahre 1967. Zum Andren durch die Anschaffung von Schutzanzügen im Jahre 1974.
 
Einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben des Ortes leistete die freiwillige Feuerwehr, als sie nach jahrelanger Unterbrechung im Jahre 1980 erstmals wieder einen Maibaum aufstellte. Natürlich wurde dieses Ereignis mit einer Maibaumfeier gewürdigt.
 
Ebenfalls groß gefeiert wurde das 90-jährige Bestehen der freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1983. Die Feierlichkeiten, bei denen die freiwillige Feuerwehr Kutzenhausen Pate stand, dauerten vier Tage lang. Höhepunkt war der Sonntag. An diesem Tag fand der Festgottesdienst im Zelt sowie der Festumzug mit 85 Vereinen statt.
 
Zehn Jahre später, im Jahre 1993, fand dann das 100-jährige Gründungsjubiläum der freiwilligen Feuerwehr statt. Auch dieses Fest verteilte sich über vier Tage. Neben den Festabenden, die sich eines beeindruckenden Interesses erfreuten, beeindruckte auch bei diesem Fest wiederum der Sonntag, mit dem Festgottesdienst und dem Festumzug. An diesem Umzug nahmen 111 Vereine aus dem nahen und fernen Umland teil.
 
Zwei Jahre später im Jahre 1995 wurde eine neue Feuerwehrpumpe TS 8/8 der Firma Rosenbauer angeschafft.
 
Die Jahre 1995 bis 1997 waren geprägt durch den Bau des neuen Feuerwehrhauses, der größtenteils in Eigenleistung von den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr bzw. den Bewohnern des Ortes durchgeführt wurde.
 
Nachdem das bisherige Feuerwehrfahrzeug (Ford-Transit) technisch nicht mehr die Anforderungen erfüllen konnte wurde es im Jahre 1997 durch das gebrauchte Fahrzeug der freiwilligen Feuerwehr Kutzenhausen LF 8 (Baujahr 1976) ersetzt.
 
Im Jahre 1999 begann die schrittweise Umrüstung der Schutzanzüge auf das Modell “Bajern 2000”.
 
Im Jahre 2006 konnte die Ausrüstung durch die Beschaffung eines Stromaggregates sowie dem entsprechenden Beleuchtungsgerätes nochmals verbessert werden.
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